Kollektenansage
Zur Geschichte des Gotthelfvereins
Die grosse Armut und das Elend anfangs und Mitte des 19. Jahrhunderts bewog Jeremias Gotthelf – alias Pfarrer und Schriftsteller Albert Bitzius – in Lützelflüh ein Heim für verwahrloste Kinder zu eröffnen. Bald wurde ein grösseres Haus benötigt. Häufig wurden Kinder, deren Familien am meisten von der Not betroffen waren, verdingt. Für viele gab das Heim eine hoffnungsvolle Perspektive. Ein zentrales Anliegen des Pfarrers war, Bedürftigen beizustehen und dort ehrenamtlich tätig zu sein, wo die Öffentlichkeit nicht helfen konnte.
Das Bedürfnis nach solcher Unterstützung wurde auch in anderen Regionen erkannt. Nach Gotthelfs Tod 1854 entstanden in verschiedenen Regionen des Kanton Bern weitere Vereine, insgesamt 17.
Die Namensgebung: Gotthelfverein war naheliegend.
Der Gotthelfverein Frutigen-Niedersimmental, zu dem unsere Region gehört, wurde 1892 gegründet.
Kollektenansage
Auch heute leben Familien in schwierigen finanziellen und sozialen Verhältnissen. Die Not zeigt sich weniger offensichtlich, sie ist versteckter. Wir sind oft betroffen, wie schwierig und mit wie geringen finanziellen Mitteln Familien, selbst in unserer Gesellschaft, wo wir doch scheinbar alles haben, über die Runden kommen müssen.
Da setzt unsere Hilfe an, unbürokratisch und rasch können wir eine vorübergehende Entlastung bieten. Personen, die Unterstützung benötigen, füllen ein Gesuch aus, welches vom Vorstand geprüft wird. Bei höheren Beträgen verlangen wir zusätzlich die Steuererklärung.
Unterstützt werden Kinder, Jugendliche bis zum 25. Altersjahr und Familien. Wir erhalten jährlich zwischen 30 und 45 Gesuche. Unser Verein finanziert sich über Spenden von Gemeinden, Kirchgemeinden, Frauenvereinen und Kollekten.
Damit wir diese Aufgabe weiterhin ausführen können, sind wir auf Spenden angewiesen. Deshalb empfehle ich Ihnen die Kollekte zu Gunsten des Gotthelfvereins Frutigen-Niedersimmental wärmstens.